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Student gründet Online Uni für Flüchtlinge

Student, der online Uni für Flüchtlinge gegründet hat
Geschrieben von Studiblog Staff

Stell dir vor, du bist in einem fremden Land, dessen Landessprache du nicht beherrscht. Außerdem hast du Kursbescheinigungen absolvierter Kurse an der Uni oder die Papiere deines Bachelorabschlusses nicht dabei. Zusammengefasst, deine Hochschulzugangsberechtigung existiert nicht. Genau mit diesem Problem sehen sich tausende Flüchtlinge konfrontiert, die zu uns nach Deutschland bzw. vielen anderen Ländern kommen. Obwohl die Grundvoraussetzungen für ein Weiterstudieren gegeben sind, machen es die Hürden der Bürokratie unmöglich.

Der Berliner Student Markus Kressler hat nun eine Online-Uni für Flüchtlinge und andere Papierlose gegründet. Er und ein bislang kleines Team haben die Kiron Open Higher Education GmbH ins Leben gerufen. Dort kann jeder sein Studium fortsetzen und einen international anerkannten Abschluss machen. Die Zeugnisse der Vergangenheit sind egal, es geht einfach um die Qualifikation. Die neue Uni soll nicht nur den Flüchtlingen helfen, sondern auch jedem anderen.

Klingt mega geil, oder?

Der Psychologiestudent der FU hat es sich zum Ziel gemacht, die bürokratischen Hürden zu reduzieren und den Flüchtlingen einen besseren Zugang zum Bildungssystem zu verschaffen. Er ist der Meinung, dass eine echte Uni ohne Gebühren und NC her muss, damit jeder einen Abschluss machen kann, der international anerkannt wird. Ganz nach dem Motto:

Wer eine Schule öffnet, schließt ein Gefängnis. (Victor Hugo)

Der Bedarf ist riesig!

Momentan kann man schon drei verschiedene Studiengänge an der Kiron studieren: Man kann einen allgemeineren Master in Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwissenschaften machen. Die Nachfrage nach Medizin ist ebenfalls riesig, aber diese Umsetzung ist bislang schwer möglich, zumal es auch eine Präsenzpflicht gibt.

Momentan fallen kaum Kosten an, denn bis jetzt arbeitet das Team aus acht renommierten Professoren ehrenamtlich, doch selbst wenn es ums Geld geht, würden pro Student nur 650€ pro Jahr anfallen. Und das ganze mit App und Gruppengefühl: Das Gruppengefühl soll durch Hausarbeiten entstehen, die gegenseitig bewertet werden. Mit der App kann man den Lernstoff runterladen und auch offline lernen. So ist das Lernen an prinzipiell jedem Ort möglich.

Könnte es jetzt nicht an den fehlenden Smartphones scheitern? Zwei Drittel der Flüchtlinge besitzen schon ein Gerät und durch spezielle Rabattangebote und Leasing-Modelle könnte man auch für dieses Problem eine einfach Lösung finden.

Das Team um Markus Kressler geht einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Wir sind gespannt, wie sich das Projekt entwickelt.

 

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Studiblog Staff

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