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Impulskontrollstörung – wenn du zu schnell bist

Impulskontrollstörung - Beitrag auf StudiBlog
Geschrieben von Redaktion

Impulskontrollstörung – wenn du zu schnell bist

Wenn Impulsivität nur gelegentlich und in Maßen auftritt, ist sie kein Problem. Übermäßige Impulsivität, also eine Impulskontrollstörung, ist hingegen ein Problem, vor allem in Beziehungen zu anderen. Es gibt wirksame Therapien für den Umgang mit Impulsivität und einige Tipps, die dir helfen.

Was ist Impulsivität? Was sind Handlungsimpulse?

Impulsivität bedeutet, dass man Schwierigkeiten hat, sich selbst zu kontrollieren und dazu neigt, zu handeln, ohne nachzudenken. In unserem täglichen Leben haben wir viele Bezeichnungen für Handlungsimpulse: Ich handle, ohne nachzudenken, ich gehe drauf los, ich sage alles, was ich denke, ich werde schnell wütend. Oft sind es die Menschen in unserem Umfeld, die jemanden als impulsiv bezeichnen, und im Allgemeinen ist es ein abwertendes Adjektiv, das mit Aggressivität und Wut assoziiert wird.

Was eine Impulskontrollstörung?

Impulsivität ist problematisch, wenn du zu oft impulsiv bist, es hinterher bereust, andere erschreckst und dafür getadelt wirst. Diese Impulsivität ist schädlich. Übertriebene Impulsivität ist ein Problem für einen selbst und für die Menschen um uns herum. Sie kann manchmal schwerwiegende Folgen haben. Impulsivität kann zu Beziehungsproblemen führen (mit dem Ehepartner, den Nachbarn usw.) oder zu Gewalttaten gegen sich selbst oder andere (z. B. kämpfen oder sich selbst verletzen, indem man mit der Faust gegen eine Wand schlägt).

In diesen Fällen kann es sich um eine Impulskontrollstörung handeln. Viele Fälle von übermäßiger Impulsivität liegen in der Natur von Menschen, die ihre Emotionen nur schwer kontrollieren können. Oft liegen aber auch Mechanismen zugrunde: Überempfindlichkeit, Stimmungsstörungen, Angststörungen, Süchte, Frustrationstoleranz, Persönlichkeitsstörungen.

Die Impulskontrollstörung und Handlungsimpulse umfassen eine Gruppe von psychischen Störungen, bei denen eine Person ihre natürlichen Handlungsimpulse nur wenig oder gar nicht kontrollieren kann. Das bedeutet, dass die Person ihre Wut nicht kontrollieren kann, sich nicht vom Einkaufen oder Spielen abhalten kann, Diebstahl begeht oder sich die Haare ausreißt. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Zwang und Wunsch zu erkennen.

Bei der Impulskontrollstörung geht es nicht in erster Linie um zwanghaftes Verhalten (wie bei der Zwangsstörung), sondern um einen Mangel an Kontrolle über alltägliche Formen des Begehrens oder Wollens. Jeder wird von Zeit zu Zeit wütend, spielt, ist aggressiv oder ist ein bisschen eifersüchtig auf den Besitz anderer Leute. Jeder Mensch hat jedoch eine eingebaute „Bremse“, um Probleme zu vermeiden, die aus übermäßig impulsivem Verhalten resultieren. Menschen mit einer Impulskontrollstörung haben diese Bremse nicht und sind nicht in der Lage, ihre Handlungsimpulse zu kontrollieren.

Impulskontrollstörung: Sich immer wieder „verzetteln“

Auch das ist Impulsivität: Plötzlich stürzen wir uns in Aktivitäten, die wenig oder gar nichts mit unserer Arbeit zu tun haben. Wurdest du schon einmal plötzlich von einem unwiderstehlichen Drang überwältigt, online zu gehen und Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst, während du eigentlich den Rasen mähen oder deine privaten Angelegenheiten regeln solltest? Ganz genau. Impulsivität ist eines der größten Hindernisse für unsere Produktivität. Um zu verhindern, dass sich dein Garten in einen Dschungel verwandelt, und um die wirklich wichtige Arbeit zu erledigen, ist es wichtig, dass du dein impulsives Verhalten kontrollierst.

Um Impulsivität zu kontrollieren, musst du zunächst das Phänomen der Impulsivität selbst verstehen. Was geht in deinem Kopf vor, wenn du den Fernseher einschaltest und eine Tüte Chips öffnest, während das Gras draußen fast bis zum Küchenfenster reicht oder die Seminararbeit ungeschrieben vor sich hin ruht? Der Moment, in dem du einer Tüte Chips nicht widerstehen kannst, ist vom „inneren Schweinehund“ geprägt. Es ist dein Instinkt, deine Liebe, deine Angst und andere grundlegende Gefühle, die wir in uns tragen.

Ziele bewusst machen anstatt Handlungsimpulsen folgen

Schreibe auf, was deine Ziele sind. Der erste Schritt, um weniger impulsiv zu sein, besteht darin, dass du dir überlegst, welche Prioritäten du in deiner Zeit setzen willst. Bevor du dann etwas Impulsives tust, kannst du überprüfen, ob deine Handlung mit den Zielen übereinstimmt, die du aufgeschrieben hast. Das könnte so etwas wie eine Masterliste für deine Aufgaben sein. Es könnte auch bedeuten, dass du einen Geschäftsplan schreibst. Wenn du ein Student bist, erstelle einen Studienplan.

Das Wichtigste ist, dass du deine aktuellen Ziele aufschreibst und sie dann mit deinen Impulsen vergleichst. Stell dir das als eine Art Zusammenfassung deiner Werte, Absichten, Verpflichtungen, bewährten Praktiken und Aufgaben vor, die diese Ziele unterstützen. Du kannst ein Notizbuch, eine Tabelle oder eine andere Methode verwenden, mit der du dich wohl fühlst. Nimm dir Zeit für eine regelmäßige Überprüfung und Planung. Um das Beste aus deinem Organisationssystem herauszuholen, musst du die Wirksamkeit deines Systems in deinem Leben überprüfen und eventuell notwendige Änderungen planen.

Struktur statt Impulskontrollstörung

Du wirst feststellen, dass du dir einmal in der Woche Zeit nehmen solltest, um über deine Aktivitäten der vergangenen Woche nachzudenken. Hast du dich an die Prioritätenliste gehalten? Notiere, was gut gelaufen ist, was du als Herausforderung empfunden hast und was du besser machen könntest. Vielleicht musst du diese Auswertung öfter machen, bis du ein System gefunden hast, das für dich funktioniert. Eine tägliche Überprüfung ist empfehlenswert. Du kannst auch eine ausführlichere monatliche Auswertung machen. Befolge auch einen Tagesplan. Wenn du viel unstrukturierte Zeit am Tag hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du sie mit impulsiven Handlungen füllst. Mache dir einen Tagesplan in 30-Minuten-Blöcken. Es ist okay, mehr als 30 Minuten für eine Aufgabe zu verwenden, aber lass keine Blöcke leer und unstrukturiert.

Wenn du nicht weißt, wie du bestimmte Aktivitäten im Voraus planen sollst, schreibe dir eine Reihe von Möglichkeiten auf. Wenn du zum Beispiel nicht sicher bist, ob ein Freund zu Besuch kommt, schreibe: „Freund oder XYZ“. Dein Tagesplan sollte auch deine Zeit für soziale Kontakte und deine Freizeit beinhalten. Ein Zeitplan ohne Zeit für dich selbst wird letztendlich scheitern. Erstelle ebenso Checklisten für dich. Wenn du zu den Menschen gehörst, die dazu neigen, mitten in einer Aufgabe impulsiv etwas anderes zu tun, verwende Checklisten, damit du dich auf die anstehende Aufgabe konzentrieren kannst. Checklisten minimieren die Möglichkeit zu impulsivem Handeln bei der Impulskontrollstörung, indem sie sicherstellen, dass nichts vergessen wird und keine unnötigen Schritte zur Aufgabe hinzugefügt werden.

Hast du Erfahrungen mit einer Impulskontrollstörung? Dann schreib uns und teile diese mit der Community:

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