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Smart-Formel – Ziele formulieren, strategisch und strukturiert

Smart-Formel auf StudiBlog.net
Geschrieben von Redaktion

Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Traum. Ohne Ziele kann es schwierig sein, eine Karriere aufzubauen, eine Beförderung zu bekommen oder andere Meilensteine im Leben zu erreichen. Die Smart-Formel setzt genau dort an und verwandelt jedes Ziel in einen klaren Fahrplan. Sich solche „smarten“ Ziele zu setzen, ist beruflich und privat unheimlich wertvoll. Denn sie helfen, Zeit und andere Ressourcen optimal einzusetzen und Fortschritte sichtbar zu machen.

Was hinter der Formel steckt und wie sich smarte Ziele ganz einfach formulieren lassen, wird nachfolgend beleuchtet.

Was sind Smart-Formel und smarte Ziele?

Smart ist ein Akronym aus den Wörtern spezifisch, messbar, ausführbar oder attraktiv, realistisch und termingebunden oder terminiert. Dabei steht:

S für spezifisch

M für messbar

A für ausführbar, angemessen oder attraktiv

R für realistisch

T für termingebunden oder terminiert

In der englischen Version setzt sich Smart aus den Wörtern specific, measurable, achievable, reasonable und time bound zusammen.

Smarte Ziele beziehen jede dieser fünf Komponenten mit ein und sind dadurch klar, wirken motivierend und sind messbar.

Smarte Ziele formulieren – so klappt es

Viele Menschen kennen das: Man formuliert eine Idee davon, was man gerne irgendwann mal erreichen möchte. Typische Beispiele lauten etwa „Abnehmen„, „fit werden“ oder „eine Führungsposition bekleiden“. Diese drei Beispiele haben etwas gemein: Das vermeintliche Ziel ist vage, potenziell überambitioniert oder einfach schlecht formuliert – und wird meist nicht erreicht. Nicht weil man es nicht erreichen könnte, sondern weil es an der Formulierung des Ziels hapert. Das Ziel fühlt sich unklar und unerreichbar an und die Motivation, sich für dieses Ziel ins Zeug zu legen, schwindet. Man gibt entmutigt auf.

Die Smart-Formel hilft, Ziele strategisch anzugehen, indem sie von Anfang an besser formuliert werden. Ob persönliche oder berufliche Ziele, mit der Smart-Methode wird eine starke Grundlage für den Erfolg gelegt. Dabei lässt sich aus jedem vagen Ziel ein smartes Ziel machen. Hier am Beispiel der Führungsposition erklärt.

Altes Ziel: „Ich will eine Führungsposition übernehmen“.

So wandelt man den Traum von der Führungsposition in ein neues, smartes Ziel um.

S wie spezifisch

Das Ziel so klar und konkret wie möglich formulieren. Je enger das anvisierte Ziel gesteckt ist, desto besser lassen sich alle notwendigen Schritte ableiten und verstehen, die zur Zielerreichung notwendig sind.

Anstatt es vage bei der Führungsposition zu belassen, klar formulieren, welche Position in welcher Art Unternehmen anvisiert wird.

Zum Beispiel: „Ich möchte eine Position als Leiter/in im Finanz- und Rechnungswesen in einem etablierten Technologieunternehmen bekommen.“

M wie messbar

Wie lassen sich Fortschritte in Richtung des Ziels messen? Wenn das Ziel darin besteht, eine leitende Stelle im Bereich Finanzen und Rechnungswesen zu erreichen, kann der Fortschritt anhand der Menge von versendeten Bewerbungen und geführten Vorstellungsgesprächen belegt werden. Dabei ist es sinnvoll, kleinschrittiger vorzugehen. Denn das erlaubt bei Bedarf eine zeitnahe Kurskorrektur. Außerdem wirkt es motivierend, Meilensteine zu erreichen. Das Erreichen eines Meilensteins verdient eine kleine, sinnvolle Belohnung – die wiederum die Motivation für das Ziel zu ackern steigert.

Zum Beispiel: „Ich bewerbe mich auf drei offene Stellen als Leiter/in Finanz- und Rechnungswesen in einem etablierten Tech-Unternehmen.“

A wie ausführbar, angemessen oder attraktiv

Beim Buchstaben A wird ein Unterschied zwischen der englischen und deutschen Interpretation der Smart-Formel sichtbar. In der englischen Version geht es darum, dass das Ziel ausführbar oder angemessen ist. In der deutschen Variante soll es ein attraktives Ziel sein. Es schadet nicht, sich bei der Formulierung von smarten Zielen an beide Aspekte zu erinnern.

Aus der englischen Perspektive: Bevor man sich daran macht, auf ein Ziel hinzuarbeiten, ist es wichtig zu entscheiden, ob sich das anvisierte Ziel jetzt erreichen lässt oder ob vorher zusätzliche vorbereitende Schritte nötig sind. Für das Beispiel einer leitenden Position im Finanz- und Rechnungswesen wäre möglich: „Ich werde meinen Lebenslauf mit relevanten Qualifikationen aktualisieren, damit ich mich auf drei offene Stellen als Leiter/in in einem Technologieunternehmen bewerben kann.“

Aus der deutschen Perspektive: Das Ziel so formulieren, dass man Lust hat, sich dafür reinzuhängen. Ein Tipp ist das Ziel positiv zu formulieren. Ein weiterer Tipp lautet, sich das „Warum“ zu verdeutlichen. Beide Tipps verdeutlichen stärker, warum die harte Arbeit gerechtfertigt ist. Am Beispiel der Führungsposition: „Um später die frei Wahl bei den Jobs im Bereich Finanz- und Rechnungswesen zu haben, stocke ich meine relevanten Qualifikationen im Lebenslauf auf. Für die Aktualisierung (den Erwerb neuer Qualifikationen) investiere ich zwei Stunden (pro Woche).“

R wie realistisch

Ziele müssen nah an der Realität sein. Überambitionierte Ziele führen zu Frust und Enttäuschungen. Dabei darf man durchaus große Ambitionen hegen, allerdings nicht utopisch oder unrealistisch werden. Ist es realistisch, zwei Stunden zu investieren, um die Qualifikationen aufzufrischen? Ist das Versenden von drei qualitativ hochwertigen Bewerbungen realistisch? Ist es realitätsnah, mit den derzeitigen Qualifikationen eine Stelle als Leiter/in im Finanz- und Rechnungswesen zu erhalten? Vielleicht nicht. Dann gilt es, das Ziel entsprechend anzupassen. Etwa: „Um mein Ziel zu erreichen, eine Führungsposition einzunehmen, werde ich mich zuerst als Assistent/in der Leitung Finanz- und Rechnungswesen bewerben und gleichzeitig relevante Qualifikationen aufbauen, wofür ich zwei Stunden die Woche investiere.“

T wie termingebunden oder terminiert

Jedes Ziel braucht einen zeitlichen Rahmen. Klare Zeiträume und ein Enddatum steigern die Motivation und helfen bei der Priorisierung. Außerdem ist die Deadline ein Kontrollpunkt für den Erfolg. Für das Beispiel der Führungsposition ist ein zeitlicher Rahmen von mehreren Monaten sinnvoll. Lässt sich binnen von beispielsweise sechs Monaten keine adäquate Stelle finden, kann und sollte man reflektieren, woran das liegt. Ist der Zeitrahmen für die aktuelle Arbeitsmarktlage ungeeignet oder gab es Hindernisse?

Ein terminiertes Ziel am Beispiel Führungsposition könnte so lauten: „Um mein Ziel zu erreichen, innerhalb von sechs Monaten eine Führungsposition als Leiter/in Finanz- und Rechnungswesen einzunehmen, werde ich zwei Stunden investieren, um relevante Qualifikationen zu aktualisieren, damit ich mich diese Woche auf drei offene Stellen bei etablierten Technologieunternehmen bewerben kann.“

Smart-Formel anwenden: hilfreiche W-Fragen für die Zielsetzung

Wer es nicht leicht findet, direkt Ziele zu formulieren, die alle fünf Komponenten berücksichtigen und smart sind, kann sich durch W-Fragen behelfen. Zu jedem Buchstaben gibt es mehrere mögliche W-Fragen, mit denen das formulierte Ziel der Smart-Formel entspricht.

Für S

Um festzustellen, ob ein Ziel spezifisch ist, helfen folgende W-Fragen:

  • Was möchte ich erreichen?
  • Welche Parameter (Anforderungen und Einschränkungen) liegen vor?
  • Wo (Ort) soll es passieren?
  • Warum mache ich das? (spezifische Gründe, Zweck oder Vorteile der Zielerreichung)
  • Bis wann muss es fertig sein? (Check-in-Punkte für die Leistungsmessung und Endpunkt festlegen)
  • Wer ist beteiligt?

Für M

Um festzustellen, ob ein Ziel messbar ist, sind folgende Fragen dienlich:

  • Was genau tue ich (oder wir), mit oder für wen?
  • Ist klar, wer beteiligt ist?
  • Ist klar, wo es stattfindet?
  • Welche Strategien werden angewendet?
  • Ist das Ziel positiv und mit Verben formuliert?
  • Wird dieses Ziel zu den gewünschten Ergebnissen führen?

Für A

Um festzustellen, ob ein Ziel attraktiv, angemessen oder ausführbar ist, helfen Fragen wie:

  • Lässt es sich im vorgeschlagenen Zeitrahmen schaffen?
  • Sind Anforderungen, Einschränkungen und Zwänge klar?
  • Sind die vorhandenen Ressourcen (Zeit, Finanzen, Wissen, Mitarbeiter, andere Mittel) ausreichend?
  • Hat es jemand bereits erfolgreich geschafft?
  • Spornt mich das Ziel an?

Für R

Um festzustellen, ob ein Ziel realistisch ist oder nicht, helfen Fragen wie:

  • Ist es der richtige Zeitpunkt?
  • Hat es jemand bereits geschafft?
  • Lohnt es sich, die erforderlichen Kosten (Ressourcen) zu investieren?
  • Steht es im Einklang mit anderen Zielen?

Für T

Um festzustellen, ob das Ziel terminiert ist, sind folgende W-Fragen dienlich:

  • Wann wird dieses Ziel erreicht?
  • Wann ist die Frist/Deadline?
  • Was kann ich in sechs Monaten erledigen?
  • Was kann ich in sechs Wochen erledigen?
  • Was kann ich heute erledigen?
  • Woher stammt die Idee der smarten Ziele?

Die Smart-Formel stammt aus der Managementforschung und wird im Projektmanagement angewendet. Die Idee wird dem US-amerikanischen Ökonomen Peter Drucker zugeschrieben. Der breiten Öffentlichkeit wurde das Konzept erstmals im Jahr 1981 in einem Wirtschaftsmagazin vorgeführt. Heute wird die Smart-Methode für die Schule, das Studium und den Beruf empfohlen. Da sich die Formel auf fast alle Zielsetzungen anwenden lässt, kann sie auch für das Privatleben sehr nützlich sein.

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Vorteile der Smart-Formel

Wer seine Ziele entsprechend der Smart-Methode formuliert, gewinnt eine ganz andere Sichtweise und profitiert von folgenden Vorteilen:

-smarte Ziele sind exakt definiert und klar abgegrenzt
-smarte Ziele helfen dabei, die vorhandenen Ressourcen besser einzuschätzen und einzuteilen
-smarte Ziele haben einen klaren Anfang und ein definiertes Ende
-smarte Ziele wirken motivierend
-smarte Ziele erhöhen die Erfolgschancen

Außerdem ist die Smart-Formel einfach und ohne Hilfsmittel auf praktisch alle Zielsetzungen aus dem privaten, schulischen oder beruflichen Bereich anzuwenden.

Nachteile der Smart-Methode

Viele Nachteile gibt es nicht, jedoch sollten zwei Minuspunkte der Smart-Formel nicht unerwähnt bleiben.

1. Wird ein smartes Ziel definiert, kann das den Druck erhöhen. Man kann sich nicht mehr hinter einem vagen Traum oder in einem Team verstecken, sondern muss aktiv an der Zielerreichung arbeiten.

2. Die starre Einhaltung eines langfristigen smarten Ziels kann dazu führen, dass wichtige Veränderungsprozesse übersehen oder unterbewertet werden. Da sich Dinge im Laufe der Zeit verändern, müssen gesteckte Ziele immer wieder überprüft und bei Bedarf überarbeitet werden, um weiterhin Sinnhaftigkeit und Gültigkeit zu besitzen.

Fazit

Bei der Formulierung von Zielen strategisch und strukturiert vorzugehen, wie es die Smart-Formel (Akronym für spezifisch, messbar, ausführbar, angemessen oder attraktiv, realistisch und termingebunden oder terminiert) vorsieht, zwingt Sie und Ihr Team, sorgfältiger und methodischer über die gewünschten Ergebnisse und die erforderlichen Schritte zum Erfolg nachzudenken.

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