Studentenbeiträge

Spontanitaet – des Studenten liebstes Hobby

Geschrieben von Stefan E

Am 24. Januar hieß es für mich kurzfristig den A340 Richtung Malaysia zu besteigen. Zwölf Stunden später und erstaunlich entspannt, wurden noch kleinere Vorbereitungen für den Geschäftstermin am darauffolgenden Montag in Kuala Lumpur getroffen. Im Anschluss daran standen zwei Optionen zur Wahl: Entweder die relativ kurzfristige Rückreise nach Deutschland oder aber die Verlängerung des Aufenthaltes bis zum darauffolgenden Wochenende.

Befeuert vom gemeinsamen Drang nach spontanem Abenteuer, welcher meinen Geschäftspartner und mich schon seit Jahren verbindet, beschlossen wir, unsere verdiente Komfortzone zu verlassen, um die Angebote des studentischen Touranbieters gegenüber unseres Hotels, in Anspruch zu nehmen. Von Rafting und Dschungelwanderung, über Wasserfallabseiling, bis hin zum Erforschen von Höhlen, wurde alles angeboten. Wir entschieden uns kurzerhand alles zu machen was in unser zeitliches Budget passte, Jetlag hin oder her. 😉 Gesagt, gebucht. Den Zeitpunkt, laut Reiseführer viel zu kurzfristig gewählt, für das Treffen mit unserem Guide vereinbarten wir zweieinhalb Stunden von uns entfernt, lediglich per SMS. Auf fröhlich-hochschaukelnden Blattfedern samt Fernbus, gelenkt von einem leidenschaftlichen Telefonisten am Steuer, kamen wir beim vereinbarten Treffpunkt an.

Da in die Kürze der SMS leider keine Erkennungsmerkmale eingebaut wurden, waren Vertrauen und ein offenes Auge gefragt. Nachdem die hilfsbereit-lauernden Taxifahrer abgewimmelt waren, machten wir uns auf die Suche nach der passenden Autobeschriftung, die zu unserem Touranbieter passte. Am letzten Parkplatz wurden wir fündig, allerdings war das Auto leer und verschlossen. Aber bereits einige Minuten später wurde unser Vertrauen damit belohnt, dass wie aus dem Nichts, die uns ebenfalls suchenden Guides, vor uns auftauchten. Man kann sich darauf verlassen, dass sowas auch ohne zweifache Buchungsbestätigungen sowie die Passierscheine von A1 – A38 klappt. Diese und ähnliche Formalien, auf die wir Deutsche so stehen, erweisen sich nicht unbedingt vertrauensfördernd und sind echten sozialen Kontakten eher hinderlich. Insbesondere internationale Studenten, welchen ein großes Maß an Reisebereitschaft und interkultureller Kompetenz abverlangt wird, wissen von was wir sprechen. Die spannendsten Dinge in solchen Situationen sind dann oft diejenigen, die man über sich selbst erfährt und die Persönlichkeit schärfen.

Die Spannung stieg, der Jetlag war vom Adrenalin erst einmal ausgestochen. Tagesordnungspunkt 1 im Dschungel: Mittagessen. Im Anschluss, vollgefressen bis zum Rand, gings in den Wasserfall oder auf den Wasserfall rauf, dann rein und in ihm wieder runter – oder so ähnlich! Inklusive ein paar Schluck Wasser, Abschürfungen und einer riesen Portion Spaß. Ja richtig, liebe Studenten, der Spaß endet nicht mit Abschluss des Studiums, sondern wenn ihr es richtig macht, beginnt er dann erst so richtig! Wir beide zumindest haben es geschafft, jeden Tag ein Mehr an Spaß, Erfahrung und persönlicher Weiterentwicklung zu erleben.

Was sich nach unserem Dschungel-Trip eher wie eine körperliche Rückentwicklung anfühlte, war die Rückreise nach Kuala Lumpur. Der sogenannte Komfort-Liner Bus bescherte uns nach zweieinhalb Stunden Geschaukel und Geknarze, von Nacken- und Rückenbeschwerden bis hin zu einem beinahe Migräneanfall, einen bunten Strauß an Erschöpfungserscheinungen. 😉 Dann kam kurz die Frage auf, was anspruchsvoller war, die oben genannten Aktivitäten oder hätten An- und Rückreise bereits ausgereicht.

Wir beschlossen, die letzten 1,5 km vom Busterminal zum Hotel zurück zu laufen, um unseren Kreislauf und die Muskulatur wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen. Auf den letzten paar Metern vor unserer bereits bewährten Unterkunft, nutzten wir einen Shortcut durch eine etwas dunklere Straße – wovon ja im Reiseführer dringend abgeraten wird – und wurden auch prompt angesprochen. Dies allerdings, widererwarten nicht von einer dubiosen Gestalt die uns um unsere dreckige Wäsche erleichtern wollte, sondern von einem Einheimischen, der uns die Frage stellte, ob wir uns des Gefahrenpotentials bewusst seien. Als wir darüber ins Gespräch kamen, bemerkten wir etwas provokativ, gerne Dinge genau entgegen gesetzt der Empfehlungen des Reiseführers zu machen. Alex, so der Name des Fremden, schien diese Einstellung recht cool zu finden und er fragte uns über unser Herkunftsland sowie den Grund unserer Reise aus. Kurz entschlossen, vereinbarten wir für 2 Stunden später, die Müdigkeit ignorierend, ein spontanes gemeinsames Abendessen. Wir gabelten Alex um 10 Uhr abends in der Lobby seines Hotels auf und wanderten zum Straßenrestaurant unseres Vertrauens, natürlich mit einheimischer Küche. Alex, der in Melaka geborene und fließend japanisch sprechende Hindu, erklärte mit Begeisterung für unsere Wahl, dieses Lokal schon seit 15 Jahre zu besuchen. Zudem erfuhren wir, dass er als Sales Manager für den kompletten asiatischen Markt einer großen malayischen Kaufhauskette, quasi nur unterwegs sei.

Nachdem wir uns ausgiebig, über die unseren Alltag bestimmenden „Beschäftigungstherapien“, ausgetauscht und das sensationelle Geschmackserlebnis der einheimischen Küche zum noch sensationelleren Preis genossen hatten, beschlossen wir kurzer Hand, auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Achja, das Essen für drei Personen, inklusive der Beilagen und zahlreicher Getränke, kostete umgerechnet um die 12 Euro! Wieder ein erinnerungswürdiger Tag mit einer ausgeprägten sozialen Komponente. Möglich geworden durch die nötige Neugier, Offenheit und der Lust am Kommunizieren.

Heute stand nun zur Abrundung noch Singapur auf dem Programm, von wo aus dann unsere Weiterreise stattfinden sollte. Ein krasses Kontrastprogramm zu unserer Dschungelaktivität. Der Moloch erwartete uns früh, also machten wir uns bereits um 8 Uhr morgens auf den Weg zum Flughafen von KUL, um von dort aus mit der Air-ASIA nach Singapur zu gelangen. Mit Erfolg, wie man lesen kann. 😉 Gelandet, verstauten wir schon mal das Gepäck für die späteren Anschlussflüge. Das klappt ganz gut und ist von den Kosten her überschaubar. Dann hieß es mit der U-Bahn durch den Untergrund zu donnern, um schon einige Kilometer weiter einzutauchen, in eine unfassbare Welt aus überdimensionaler und im höchsten Maße großzügiger Architektur, Menschenmassen und nicht enden wollenden Konsumangeboten. Demzufolge verhielten sich auch die Preise, was bereits beim stinknormalen Straßenimbiss ganz deutlich zu spüren war. Eine andere Welt, auch mit einer anderen Währung und nicht nur der Wechselkurs, nein, auch das Klima war wesentlich erdrückender als noch in Malaysia. Dies änderte sich auch bei Regen nicht. Trotz der Reizüberflutung und der monströsen Kapitalblase, die sich dort bildet, kann man Singapur allerdings nur als faszinierend beschreiben. Dieses Faszinosum beginnt bei den vorgelagerten Inseln, dem Hafen voller verstreut liegender Supertanker, die beim Anflug wie Spielzeug wirken, über die Stadt selbst, bis hin zu ihrem, mit diversen U-Bahnlinien gespickten, doch nicht gerade kleinen Flughafen. Definitiv ein „must see“, auch für den nicht so kapitalstarken Studenten. Durchaus aber erstrebenswert um sich künftig um einen Arbeitgeber zu bemühen, der einen unter Umständen auch ins asiatische Ausland schicken könnte.

Nach den effizient genutzten und ausgefüllten Tagen übergab man sich dann gerne, für die nun folgenden 12.000 km Weiterreise nach Frankfurt, der stets mit hervorragendem Service überschwänglichen Lufthansa-Crew des Airbus A380. Großes Lob an die Cockpit- wie auch die Cabin-Crew!

Zugegeben, nicht die günstigste, aber definitiv die beste und sicherste Art zu reisen. Dass es hier auch spezielle Angebote für Studenten gibt, muss, denke ich, nicht extra erwähnt werden.
In diesem Sinne, lasst Euch von unserem Erlebten inspirieren, macht Euch auf den Weg, saugt Länder und Kulturen in Euch auf und erzählt uns von Euren Erfahrungen unter:

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Über den Autor/die Autorin

Stefan E

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