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Work-Life-Balance – unbekannt in der Kommunikationsbranche?

Work-Life-Balance StudiBlog
Geschrieben von Laurens F
Work-Life-Balance Kommunikationsbranche

Die Kommunikationsbranche: Ein attraktives Karrierefeld

Für viele Geistes- und Sozialwissenschaftler ist die Kommunikationsbranche seit jeher ein Auffangbecken. Wer mit seinem Studienabschluss und seinen Qualifikationen vergeblich nach einer Berufsmöglichkeit sucht, dem wird in der Kommunikation geholfen. Bereit stehen diverse Agenturen mit noch diverseren Schwerpunkten, Kommunikationsberatungen, Unternehmen sowie der klassische Journalismus.

Klassische Kommunikation: Journalismus

Aus unzähligen Telefonaten mit Journalisten kann ich sagen, dass diese Berufsgruppe unterm Strich wohl am wenigsten arbeitet. Redaktionen sind oftmals ab 16 Uhr nicht mehr zu erreichen, Journalisten im Feierabend. Im Rahmen von Reporterdiensten oder anderen Verpflichtungen müssen Journalisten aber oft nachts oder am Wochenende arbeiten. Jedoch gleicht sich das weitestgehend mit den normalen Bürozeiten aus.

Unternehmenskommunikation

In der Unternehmenskommunikation werden die 40 Wochenstunden aus meiner Erfahrung im Großen und Ganzen eingehalten. Dazu kommen meist die obligatorischen Überstunden von etwa fünf bis sieben Stunden pro Woche. Ähnlich wie im Journalismus werden die Mitarbeiter der internen und externen Kommunikation durch Notfälle und Krisensituationen mehrbelastet. Erfolgreiche Krisenkommunikation hat verschiedene Teilbereiche, deren Kanäle alle in kürzester Zeit durch die Unternehmenskommunikation bespielt werden müssen. Nachtarbeit oder die Arbeit am Wochenende können demnach zwar vorkommen, sind im Normalfall jedoch nicht die Regel. Im Marketing verhalten sich die Dinge ähnlich, wobei Krisensituationen in der Regel wegfallen.

Agenturen und Kommunikationsberatungen

Ganz anders verhält es sich mit den Arbeitszeiten in Agenturen oder Beratungen. An die normalen Arbeitszeiten hält man sich im Normalfall nicht. Grundsätzlich passiert das, da Agenturen nicht gewinnbringend arbeiten würden, würde jeder Mitarbeiter nur 40 Stunden arbeiten. Deadlines müssen eingehalten werden, Kunden fordern teilweise sehr kurzfristig bestimmte Konzeptionen oder Projektumsetzungen und allgemein gibt es relativ oft Krisen, die bewältigt werden müssen. Das führt zu einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 50 Stunden. In Hochzeiten auch mal bis zu 55 Stunden.

Work-Life-Balance in der Kommunikationsbranche

Spezialisierung im Kommunikationsfeld

Je nach Spezialisierung der Agentur oder Beratung innerhalb der Branche können diese Zeiten nochmal deutlich voneinander abweichen. So wird in etablierten Beratungen, die hauptsächlich DAX Kunden betreuen, am meisten gearbeitet. In kleinen Agenturen tendenziell etwas weniger, da hier nicht der gleiche Druck herrscht wie bei Konzernen. Wiederum gibt es Unterschiede in der Ausrichtung – zum Beispiel auf Design, Marketing, Social Media, PR oder Full-Service. Auch durch die inhaltliche Positionierung ergeben sich Unterschiede. So gibt es branchenspezifische Arbeitszeitnormen, die sich zum Beispiel zwischen den Bereichen Krisenkommunikation, Lifestyle und Automotive immens unterscheiden können.

Work-Life Balance – unbekannt in der Kommunikationsbranche?

Für die eigene Karriere sollte man sich frühzeitig überlegen, ob man mit derartigen Arbeitszeiten zurechtkommt. Auch, ob diese die Karriere wert sind. Denn: Der normale Weg in der Kommunikationsbranche beginnt mit vielen Praktika und Werkstudentenjobs. Diese sollte man in möglichst allen Branchenbereichen absolvieren. Danach folgt der Einstieg in einer Agentur oder Beratung. Dort bleibt man etwa drei bis fünf Jahre. Letztendlich wechselt man in die Unternehmenskommunikation, da es hier deutlich humaner zugeht.

Wer Karriere machen will, wird sich einige Jahre mit harten Arbeitszeiten herumschlagen müssen. Die Work-Life-Balance bleibt dabei oft auf der Strecke. Danach allerdings ist man aus meiner Sicht mit allen Wassern der Branche gewaschen und hat einen immens hohen Wert für jedes Unternehmen. Der ergibt sich durch die Zusammenarbeit mit unzähligen Kunden und die Betreuung unterschiedlichster Projekte. Dementsprechend wird sich die Vorarbeit dann auch im Gehalt auszahlen.

Denkt darüber nach! Solltet ihr Interesse am Austausch über die Branche haben, dann tretet gerne mit mir über LinkedIn in Kontakt.

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Laurens F